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Der Rohbau

 

08.05.2007
09.05.2007
10.05.2007
11.05.2007
14.05.2007
15.05.2007
16.05.2007
21.05.2007
22.05.2007
23.05.2007

24.05.2007
25.05.2007
30.05.2007
01.06.2007
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05.06.2007
06.06.2007
08.06.2007


Für eine größere Darstellung der Fotos einfach draufklicken. 

08.05.2007:

 

 

Nachmittags an der Baustelle bot sich folgendes Bild: Die Baustelle ist bereits eingerüstet, die EG-Außenmauern stehen bis auf die oberste Steinreihe. Rechts ein Foto, geknipst vom Gerüst. Kaum vorstellbar, dass sich zwischen dem ganzen Material bis zu zehn Jungs von der Maurerkolonne tummelten.

 

 

Hier zwei Detailfotos von der Feuchtigkeitssperre unter dem Mauerwerk sowie dem Schmutzwasserabfluss in der Küche.

 

 

Hier sind die Maueranker für die Wände der Speisekammer gut erkennbar.

Das rechte Fenstersims ist zwei cm höher als das linke. Dort kommt keine Fensterbank sondern Fliesen drauf.

 

 

Auf dem linken Foto ist eine Öffnung für eine der Zuluftöffnungen, kunstvoll aus einem Stein herausgeschnitten. Rechts steht das Wasser nach den kräftigen Regengüssen in ca. 2 cm Höhe auf der Platte. 

 

 

Dies sind Aufnahmen von der Nord- und der Ostseite des Hauses. An Mauerwerksanker für die Verblendsteine wurde offensichtlich nicht gespart.

Morgen soll das EG-Mauerwerk fertiggestellt werden, übermorgen soll dann bereits die EG-Decke hergestellt werden. Schau´n mer mal ob das Wetter mitspielt.

09.05.2007:

 

 

Das EG-Mauerwerk ist heute tatsächlich fertig geworden. Das Tempo des Ablaufs ist beeindruckend. Heut regnete es weniger als am Anfang der Woche. Die Stützen für die Filigrandecke stehen bereits, das Mauerwerk rechts ist noch nass.

 

 

Hier zwei Detailaufnahmen. Links die sog. Z-Folie. Die Abdichtung wird am Fußpunkt der Vorwandschale in der Luftschicht hochgezogen. Nach Änderung der DIN 1053-01 reicht es aus sie an der Innenschale zu befestigen und nicht mehr in das Mauerwerk einzuführen. Deshalb dürfte sie eigentlich nur noch L-Folie heißen.

Rechts die Feuchtigkeitssperre unter dem Mauerwerk. An dieser Stelle ist die Überlappung ausreichend, jedoch nur unzureichend mit Kautschukkleber befestigt. Mit der Aufbringung der Bitumenschweißbahn sollte sich das aber erledigt haben.

 

 

Links der aus Stahl ausgebildete Sturz zum Wohnzimmer mit Mörtel fixiert.

Hier das Auflager der Stahlbetontreppe ins OG um das Niveau OKFF (=19 cm) zu erreichen.

 

 

Die Maurer haben bereits die Stützen für die EG-Decke vorbereitet. Sie soll morgen hergestellt werden. 

 

 

Bei den nicht tragenden Wänden wurden bereits blaue Dämmstreifen auf dem Mauerwerk aufgebracht. Sie sollen Spannungen der aufliegenden Decke abfedern.

Der Sturz über der Haustür ist nicht bündig zum Mauerwerk ausgebildet, hat so keine tragende Wirkung. Der Polier meinte dazu, dass der Sturz nichttragend augebildet werden müsse.

 

 

Gut zu erkennen sind hier die Aussparungen für den Abluftkanal der die Raumluft zur Wärmepumpe zurückführt. Mir fiel auf, dass so eine Aussparung in der Wand zwischen WC und Diele nicht vorhanden ist.

Die Maueranker sind hier aus Sicherheitsgründen hochgebogen worden. Wenn das Verblendmauerwerk erstellt wird, dürfen diese maximal waagerecht oder nach unten gerichtet stehen um eventuelles Schlagwasser von der Dämmung fernzuhalten.

Morgen, am 10.05. soll die EG-Decke aufgebracht werden. Und bereits Dienstag, genau eine Woche nach Beginn der Mauerarbeiten soll lt. Aussage des Bauleiters Richtfest sein. Wir trauen uns noch gar nicht Einladungen auszusprechen, so unglaublich erscheint uns das. Na, schaun mer mal.



10.05.2007:

Heute ist auf dem Bau nichts geschehen. Eigentlich wäre heute das Legen der EG-Decke dran gewesen. Ob es wohl morgen weitergeht? Der Bauleiter war heute nicht erreichbar. Als ich um 10 Uhr bei Hausbau Bethel anrief hieß es, er sei bis ca. 15 Uhr in einer Besprechung (?).
Auf erneute Anforderung erhielten wir heute endlich den Bauablaufplan per Mail, eigentlich sollten wir ihn vorgestern schon in der Post haben. Nun können wir endlich vernünftig den Urlaub für die Eigenleistungen planen und das entsprechende Material termingerecht bestellen. Positiv ausgedrückt: bei der Kommunikation sehe ich noch ein gewisses Verbesserungspotential innerhalb Hausbau Bethel.
Auf unsere durch die Bausachverständige an den Bauträger gefaxten Bedenken haben wir immer noch keine Reaktion erfahren. Hierauf werde ich noch in einem besonderen Kapitel "Bedenken u. Mängel" eingehen.



11.05.2007:

 

Um 8 Uhr herrschte an der Baustelle bereits reger Betrieb. Ein Autokran verteilte die 17 Paletten mit Verblendern rund ums Haus und auf dem Gerüst. Das Gerüst ist übrigens an KEINER Stelle mit dem Mauerwerk verbunden. Mit Arbeitssicherheit hat das nichts zu tun.  Kurz danach wurden die Filigrandeckenteile geliefert.
Ich machte den Polier noch auf die vergessene Aussparung für den Abluftkanal aufmerksam und fuhr mit dem Bewusstsein ins Büro, dass der Bau heute wieder Fortschritte machen würde. Und zweitens anders als man denkt...

Zwei Tage zuvor war ich mit unserer Bausachverständigen Frau E. auf der Baustelle um das EG-Mauerwerk zu begutachten bevor die EG-Decke gelegt würde. Frau E. fiel auf, dass sich überschüssiger Porenbeton-Kleber, der aus den Mauerfugen gelaufen war, ohne Probleme mit der Hand ablösen ließ. Das sei normalerweise nicht möglich. Stellt sich die Frage, ob nur der überschüssige Kleber, der der Witterung und Feuchtigkeit der letzten drei Tage ausgesetzt war betroffen ist, oder ob es auch die Mörtelfugen des gesamten Mauerwerks betrifft.

 

Der Polier hatte mir genau das heute morgen noch bestätigt: Normalerweise dürfe sich der Kleber mit der bloßen Hand so nicht lösen lassen. Frau E. hatte daraufhin gestern mit der Firma Xella, der Firma die die Ytong-Steine und den Kleber herstellt, Kontakt aufgenommen. Die Firma bot spontan an, einen Außendienstmitarbeiter kostenlos zur Prüfung vorbei zu schicken. Leider ließ sich dieser Gutachtertermin erst auf den  kommenden Montag um 9 Uhr terminieren. Frau E. hat Hausbau Bethel heute Mittag gegen 13 Uhr davon informiert. Der Bauleiter ließ daraufhin die Bauarbeiten einstellen. Aus seiner Sicht mache es wenig Sinn die bereits aufgelegten Deckenteile zu betonieren wenn im schlimmsten Fall ein Abriss des EG-Mauerwerks zu befürchten ist.
Daneben behielt sich der Bauleiter per Email vor uns ggf. entstehende Kosten in Rechnung zu stellen. Aus Sicht des objektiven Betrachters eine nicht nachvollziehbare Ankündigung. Wenn Hausbau Bethel aufgrund einer Bedenkenmitteilung die Bauarbeiten einstellt um vor dem Hintergrund des damit verbundenen Risikos Kosten zu sparen kann das nicht zu unseren Lasten ausgelegt werden. Innerhalb eines Bauunternehmens sollte ausreichend Knowhow vorhanden sein um beurteilen zu können, ob unsere Bedenken unbegründet sind oder nicht. Im Zweifel steht es Hausbau Bethel ja frei die Arbeiten trotz des Gutachtertermins fortzusetzen und kann dadurch ggf. entstehende Ausfallkosten vermeiden. Sollten unsere Bedenken begründet sein würde die Baugenehmigungsbehörde den Trümmer ja sowieso stilllegen.

Ich persönlich schätze das Risiko auf ca. 10% ein. Soll heißen; an unseren Bedenken ist wahrscheinlich nichts dran. Aus meiner laienhaften Sicht hat der starke Regen der letzten Tage die überschüssigen Klebereste aufgeweicht und brüchig gemacht. Das Mauerwerk selbst erscheint mir jedoch sehr stabil. Ein solches Risiko erscheint also auf den Blick nicht sehr groß. Bedenkt man jedoch, dass hier Stress ohne Ende und ggf. sogar unsere Existenz dran hängt, erscheint eine Bedenkenmitteilung mehr als angemessen. Der Gutachtertermin wird Klarheit bringen, so oder so. Neben einem kalkulierten Risikomanagement spielt hier für uns auch der psychologische Aspekt eine Rolle. Ich will nicht im weiteren Verlauf dieses Projektes das Gefühl haben müssen etwas versäumt oder unterlassen zu haben, was letztendlich fatale Folgen haben könnte. 

 

Wie dem auch sei, als ich gegen 14 Uhr zur Baustelle kam sah ich, was die Maurer bis zum Baustopp geschafft hatten. Auf dem Gerüst und rund ums Haus waren die Verblender verteilt worden.

Die Filigrandecken sind noch gelegt worden. Die Deckenstöße werden durch den Beton noch geschlossen.

 

Zufällig erschien der Bauleiter mit Digicam bewaffnet gerade auf der Baustelle. Die nicht auf dem Mauerwerk aufliegenden Deckenteile sind aus seiner Sicht nicht kritisch. Der Beton würde die Lücken schließen und die Auflager in ca. 4 cm Breite ausbilden.

 

Links ist der Deckendurchbruch bereits verschlossen worden damit der Ortbeton nicht wegfließt.

Hier haben die Maurer den fehlenden Durchbruch für den Abluftkanal nachgeholt.

 

Der Autokran hat auch gleich die heute gelieferte Wärmepumpe Fighter 1220-8 inkl. Abluftmodul FLM 40 der Firma Nibe in den Hauswirtschaftsraum gehoben.

 

Hier erkennt man eine von zwei Justierschrauben an der Fertigbetontreppe, die ins Mauerwerk eingehängt wurde.

Dies ist das Auflager für die Betontreppe. Die Treppe ist 2,5 cm abgesenkt worden da wir Massivholz-Stufen aufbringen werden. Somit ist gewährleistet, dass die oberste Stufe das gleiche Niveau hat wie der Bodenbelag im OG.

 

Die Treppe noch mal als Ganzes. 

Auf dieser Stufe befand sich ein einbetonierter Stahlring für den Kran. Er wurde plan abgeflext.

 

Die Filigrandeckenteile sind inkl. der Stahlbewehrung vorbereitet worden.

 

Die Fensterstürze sind in der Decke integriert. Gut erkennbar ist die gelbe Dämmung zur Vermeidung von Kältebrücken. Sie hat sich mit Wasser vollgesogen und muss lt. Bauleiter vor dem Betonieren noch mal erneuert werden. An dieser Stelle kommen die Versorgungsleitungen aus dem EG hoch. Die Durchführung wird vor dem Betonieren noch mit Styropor verschlossen.

 

Über den Plattenstößen liegt zusätzlicher Bewehrungsstahl. Der Stahl rechts im Bild soll Anfang kommender Woche noch verbaut werden. Insbesondere die Randbereiche müssen noch in einer Breite von mindestens 40 cm verstärkt werden.

 

Im Brüstungsbereich sind die Plattenkanten mit diesen Schalungselementen versehen.

 

Die äußeren Schalungselemente sind falsch geliefert worden. Die Deckenteile werden bis 18 cm aufgebaut, die Schalungselemente sind für 16 cm vorgesehen. Die Maurer haben sich damit beholfen die fehlenden 2 cm mit zwei unterschiedlichen Materialien aufzudoppeln. Ob das noch anerkannte Regeln der Technik sind?



14.05.2007:

Eigentlich hatte Hausbau Bethel ja bis zur Klärung der Frage, ob der Klebemörtel für das Porenbetonmauerwerk eine ausreichende Festigkeit hat, die Arbeiten am Bau gestoppt. Unverhofft kommt oft... Als ich mich nachmittags (der Termin wurde nach hinten verschoben) mit Herrn Friedrich von der Firma Xella und unserer Sachverständigen auf der Baustelle traf, wurde bereits fleißig verklinkert. Das Ergebnis des Termins entsprach meinen Erwartungen: Der starke Regen der letzten Tage hatte die überschüssigen Klebereste aufgeweicht und brüchig gemacht. Die Mauerfugen selbst waren zum Glück nicht betroffen. 

 

Inzwischen ist die Z-Folie "geprimert" worden. Auf "Vorschlag" der Bausachverständigen erklärte sich ein Maurer bereit, die Klebestellen an einigen Stellen nachzubessern.

Das fliederfarbene Zeugs rund um die Fenster soll Wärmebrücken zwischen Verblendschale und Mauerwerk vermeiden. 

 

An der Nordseite wurde fleißig verblendet. Hier ein frisch gemauerter Teil, im rechten Bild bereits im ausgekratzten Fugen. Naaa... 15mm sind die Fugen aber nicht tief, oder (vgl. DIN 1053)? Verklinkert wird im "wilden Verband". 

Eine oft zu hörende Meinung ist, dass der "wilde Verband" am einfachsten auszuführen sei, weil der Maurer "machen kann, was er will". Das Gegenteil ist aber der Fall. In Literatur und Praxis gibt es so viele unterschiedliche, sich teilweise widersprechende Verbandsregeln zum "wilden Verband", dass es praktisch unmöglich ist alle einzuhalten. Warum soll es Regeln für die Anzahl an Köpfen geben, für die Anzahl an 1/4 oder 3/4 Steinen aber nicht? Gelten die Angaben für alle Formate oder nur für Normalformat?

Trotzdem sollen die wesentlichen Forderungen hier mal kurz genannt werden:

  • die angebliche notwendige Anzahl der Köpfe schwankt zwischen 4 und 16 Stück/m² Wandfläche

  • die Steine sind im viertelsteinigen Verband zu vermauern

  • der Mindestversatz zwischen zwei Köpfen in zwei aufeinander folgenden Schichten sollte 1½ Kopfmaße betragen

  • in vertikaler Linie übereinander liegende Köpfe sollten 5 Schichten Abstand haben

  • nach höchstens 5 Läufern in Reihe ist ein Kopf anzuordnen

  • es sollen nicht mehr als 5 Abtreppungen in einer Richtung (schräg oder vertikal) übereinander angeordnet werden

  • auffällige und sich wiederholende Strukturen in der Fläche sind zu vermeiden (lange, sich optisch zusammenfassende Reihen von Fugen und/oder Ziegeln)

  • Blockverband ist zu vermeiden (Anordnung von Läufer-Kopf-Läufer-Kopf übereinander)

Ein Quadratmeter ist beim Normalformat (NF) 12 Schichten hoch und 16 Viertelsteine breit. Jetzt nee, is klar, ne? Es ist schon (fast) unmöglich, den Verband entsprechend den obigen Regeln zu zeichnen. Unter praktischen Bedingungen ist es unmöglich, alle Regeln einzuhalten.

 

Was ich viel gravierender finde und wir auch gleich anmerkten war die Tatsache, dass soviel Mörtel verwendet wurde, dass er auf der Innenseite wieder austrat. Das die vier cm Luftschicht ziemlich theoretisch sind war mir klar aber einer sollte es mindestens sein. Zum einen wird die wärmedämmende Funktion der Luftschicht so aufgehoben. Zum anderen wird somit eine Verbindung zur Kerndämmung hergestellt, bei Durchfeuchtung der Außenschale wird die Dämmung so zwangsläufig durchnässt.

 

Links im Bild die Sperren gegen aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk.

Gut zu erkennen die Rostfahnen am Porenbeton. Der Regen am Wochenende ist durch die noch nicht betonierten Filigrandecken am Mauerwerk heruntergeronnen.

 

Apropos Filigrandecke. Die Doppel-T-Träger, die in die Deckenteile integriert werden und sich jeweils über den Türen und Fenstern im EG befinden, liegen nicht wie nach DIN gefordert in einem Mörtelbett sondern auf presspappeartigen dünnen Streifen (siehe Pfeil). Druckfest sind die jedenfalls nicht. Teilweise liegen die Träger sogar hohl auf. Beton wird diese Stellen so niemals erreichen. Frau E. kümmert sich darum bevor der Beton drauf kommt.

Auf dem rechten Bild sind die Bewehrungseisen, die aus den Deckenteilen herausragen, teilweise durch die Schalung gestoßen worden. Das lässt sich bei der Arbeit mit dem Kran kaum vermeiden. Abflexen kann man sie dann aber. Ansonsten ist an diesen Stellen kein Korrosionsschutz durch den umgebenden Beton gegeben. Der muss den Stahl mind. 4 cm umgeben. Tja, so ein Baustopp hat auch was Positives. Wäre der Beton schon drauf, hätten wir das nie festgestellt.

Morgen wird an der Verblendung weitergearbeitet. Der Bauleiter glaubt nicht, dass noch morgen der Beton für die EG-Decke geliefert wird. Wenigstens war es heute überwiegend trocken. Na dann schaun mer mal, was der morgige Tag so bringt.



15.05.2007:

Heute habe ich den Bauleiter telefonisch auf die nicht normgerechte Auflagerung der Doppel-T-Träger in der noch nicht betonierten Filigrandecke hingewiesen. Daraufhin ließ er die Deckenschalung in diesen Bereichen nochmals ausführen.

 

Links im Bild die korrigierte Ausführung. Der Träger liegt satt auf dem EG-Mauerwerk, kann die Deckenkräfte optimal auf das Mauerwerk verteilen.

Rechts eine Skizze der Deckenschalung der Firma Lohr. Der untere Schenkel besteht aus Faserzement, sieht fast aus wie Presspappe, hat jedoch für die Doppel-T-Träger keine ausreichende Tiefe. Die fehlende Unterfütterung wurde nur unzureichend ausgeführt, die Träger lagen teilweise hohl. Alternativ hätte man ihn hälftig in ein Mörtelbett legen können um eine kraftschlüssige Verbindung herzustellen. 

 

Zudem wurden diese Stahlwinkel als Auflager für die Dachsperren mit einbetoniert. 


Hier der ausgebildete Schacht für die Versorgungsleitungen, die aus dem WC hoch kommen werden.

 

Hier ist sehr schön die doppelte bis dreifache Bewehrung im Bereich um das Treppenauge sowie in den Randbereichen (mind. 40 cm) erkennbar.

 

Dann kam um 16.30 Uhr doch noch der Feierabend-Beton. Hier die Betonpumpe im Einsatz.

Der erste Mischer bedient die Betonpumpe, der zweite hinten links wartet bereits auf seinen Einsatz.

 

Ich weiß nicht wer die Betonmenge kalkuliert. Mir ist bereits bei der Betonierung der Bodenplatte aufgefallen, dass genau die benötigte Betonmenge geliefert wurde. Feierabend-Beton eben.

 

Anschließend wurden die Winkel noch mal genau ausgerichtet, der Beton glatt abgezogen und unter die Folie gepackt. Die Folie verhindert ein zu schnelles Trocknen, was Rissbildungen zur Folge haben kann. Begehbar ist die Decke morgen früh, belastbar eigentlich erst nach drei Tagen, aber wie ich die fleißigen Maurer einschätze werden sie morgen schon die Giebelmauern setzen. Ich fände es besser, sie würden unten erst die Verblender weitermauern.

Mittwoch soll laut Auskunft des Bauleiters Richtfest sein.



16.05.2007:

Heute morgen waren zwei Maurer auf der Baustelle, sie haben an der Südseite des Hauses mit dem Verklinkern begonnen. Je mehr die Herstellung der Außenschale voran schreitet, umso besser gefallen uns die Klinker. Als ich abends noch mal an der Baustelle vorbeischaute war das Mauerwerk ordnungsgemäß mit der Folie von der Betondecke abgedeckt worden. Somit behandelt der Regen den Beton auf den Deckenteilen quasi nach und die Verblender bleiben trocken. Abgedecktes Mauerwerk sagt nicht so wirklich viel aus, deshalb verzichte ich hier auf die entsprechenden Fotos.

Den Brüller des Tages brachte dann Hausbau Bethel in Form eines Briefes, der heute zugestellt wurde. Herr R., Projektleiter bei Hausbau Bethel, nahm Bezug auf die Telefaxe unserer Bausachverständigen in denen sie Bedenken wegen dem aus unserer Sicht wirkungslosen Fundamenterder geäußert hatte. Hausbau Bethel habe die Bedenken "sehr ernst genommen und sei diesbezüglich aktiv gewesen." Man habe eine Messung des Fundamenterders vor Ort veranlasst "mit dem Ergebnis, dass die gemessenen Werte zu verbessern seien, damit die Funktion uneingeschränkt gegeben sei." Der beauftragte Fachbetrieb schlage vor, einen Ringerder mit V2A-Anschluss herzustellen. Die Gesamtkosten in Höhe von 1.580,95 € seien von uns zu tragen. Ja, nee, is klar, ne?

Begründung: Mit der von uns geforderten Ausführung, nämlich die Abänderung der vorgeschlagenen Gründungsvariante, "seien die planerischen Zusammenhänge an uns übergegangen". Übersetzt heißt das, dass die Tatsache, dass der Unterbau der Bodenplatte nicht mit Recycling-Sand sondern mit höherwertigem Füllsand hergestellt wurde, für Hausbau Bethel geeignet erscheint, die Verantwortung für diesen Planungsfehler auf uns zu übertragen.

Um das Problem an dieser Stelle noch einmal deutlich zu machen: Der Fundamenterder liegt in der Bodenplatte, die durch einen Noppensperrbahn vom Erdreich isoliert ist. Der Fundamenterder hat also "keine großflächige Berührung mit dem Erdreich", wie es die entsprechende DIN verlangt. Der Fundamenterder hat also keine Berührung mit dem eingebauten Füllsand und hätte so auch keine Berührung mit dem Recycling-Sand, dessen Einbau Hausbau Bethel vorgeschlagen hatte. Aus meiner Sicht ist es ganz egal was für Material unter der Bodenplatte liegt, solange der Fundamenterder nicht durch die Noppensperrbahn geführt wird um mit dem darunter liegenden Erdreich in Kontakt zu kommen habe ich hinsichtlich seiner Wirkung Bedenken.

Herr R. behauptet weiter, wir hätten Kenntnis von der Ausführung der Blitzschutzanlage gehabt. Ich verstehe diesbezüglich zwar nicht den Zusammenhang mit dem Problem, aber das ist natürlich totaler Blödsinn. Ich behaupte, dass weniger als 1% der Bauherren, die ein Viebrockhaus bauen lassen, welches nach eigenen Angaben in allen Arbeitsschritten DIN-zertifiziert sein soll, vor dem Hausbau wissen, was ein Fundamenterder ist, geschweige denn, wie er ausgeführt werden muss.

Ich habe vor den Betonierarbeiten den Polier vor Zeugen gefragt, was denn dieses dicke umlaufende Stahlband zwischen den Bewehrungsmatten für eine Funktion hat. Anschließend habe ich den Polier, Herrn B. vor Zeugen aus meiner laienhaften Sicht gefragt, wie denn eine Erdung hergestellt werden kann, wenn zwischen dem Erdreich und der Bodenplatte eine Noppensperrbahn liegt. Herr B. antwortete "das machen wir immer so, das ist so ok".  Müssen sich jetzt alle Bauherren, die ein Viebrockhaus gebaut haben, Sorgen machen? Eine halbe Stunde später kam der Beton drauf. Der Fehler wäre also zu vermeiden gewesen wenn Hausbau Bethel entsprechend geschulte Mitarbeiter auf der Baustelle gehabt hätte.  Wie heißt es doch so schön einprägsam auf der Homepage des Verbandes privater Bauherren: "30% aller Fehler, die im Rahmen der Bauausführung gemacht werden, sind Planungsfehler."

Ich habe keine Zeit, keine Lust und nicht die Nerven mich wegen jedem Detail mit Hausbau Bethel zu streiten. Und noch viel weniger verspüre ich Lust die Fehler anderer teuer zu bezahlen. Der erste Brüller des Tages geht also zur weiteren Bearbeitung an den Anwalt in Person meines Bruders. Ich neige dazu mich in solchen Konfliktsituationen in die Lage meines Gegenübers zu versetzen und versuche seine Strategie zu erkennen bzw. sein Handeln nachzuvollziehen. Meiner Meinung nach lässt das Verhalten der von Bodelschwinghschen Anstalten hier nur einen Schluss zu: Versuchen kann man es ja mal.

Der zweite Brüller kam heute ebenfalls per Post ins Haus. Die Firma W. Ausbau GmbH, die von Hausbau Bethel mit der Ausführung der Heizungs- und Sanitäranlagen beauftragt ist, schickte uns heute die vorbereiteten Anträge für den Anschluss an die Wasserversorgung. Daneben bietet uns die Firma einen Rückspülfilter mit integriertem Druckminderer  für 291,55 € an. Hierzu nur ein Auszug aus DIN 1988, Teil 7, Ausgabe 12/2004:

"Zur Vermeidung des Einspülens von Feststoffpartikeln aus dem Versorgungsnetz sind Filter nach DIN EN 13443-1 einzubauen."

Der Filter in einer Trinkwasseranlage ist demnach zum einen unabdingbar, zum anderen eine sog. anerkannte Regel der Technik und somit im Leistungsumfang des Vertrages mit Hausbau Bethel enthalten. 

Wie dem auch sei, ich habe mir vorgenommen den morgigen Vatertag trotzdem zu genießen. Und dann schaun mer mal, was der Freitag so bringt.

Der Freitag brachte schönes Wetter und mehr auch nicht, die Baustelle ist verwaist, quasi nachvollziehbare Brückentagleere. Ich versuche also den Vatertagskater zu kontrollieren und mich auf das morgige Unentschieden der Arminia auf Schalke zu freuen. So lautet jedenfalls mein Tipp.



21.05.2007:

 

Am Montag ist wenig auf dem Bau passiert. Zwei Maurer haben fleißig geklinkert und nachmittags war das Material für den Dachgeschossausbau bereits geliefert und auf der EG-Decke abgeladen worden. Mittwoch soll Richtfest sein, danach beginnt der Dachausbau. Da werden die Zimmerleute wenig Platz zum Aufbau des Dachstuhls haben.



22.05.2007:

Wieder kaum was los auf´m Bau. Die Maurer kommen mit den Klinkern voran, aber sonst passiert nichts. 



23.05.2007:

 



 

Morgens haben die Zimmerleute mit Hilfe eines Autokrans begonnen die vorgefertigten Dachstuhlteile aufzubauen. Mittags stand der Dachstuhl. Irres Tempo.

 

Nachmittags um 17 Uhr war dann Richtfest. Von den ca. 80 geladenen Gästen waren ca. 60 gekommen. Die Maurer und Zimmerleute gönnten sich noch ein Getränk und ein Würstchen. Als ich mich am Grill stehend umdrehte waren sie schon auf dem Nachhauseweg. Ja klar, theoretisch könnten sie alle zwei Tage ein Richtfest feiern aber einen kurzen Zimmermannsspruch hätte ich mir schon gewünscht.

 

 

Hier ein paar Aufnahmen, die ich dann am Abend noch gemacht habe. Die Überstände an den Giebelseiten sind nur grundiert, sie erhalten noch von mir einen doppelten Anstrich. Gut erkennbar auch die Nachteile von vorgefertigten Elementen. Die Sparren mussten größtenteils unterfüttert werden damit sie auf der EG-Decke aufliegen, oder besser, nicht hohl liegen.

24.05.2007:

 

 

Am darauffolgenden Tag waren die Maurer schon wieder fleißig dabei. Hier sind bereits die Giebelmauern erkennbar, das EG ist fast vollständig verklinkert. Rechts unten ein Klinkersturz im HWR von innen.

 

 

Links oben die Durchführung für die Wärmepumpenabluft (unverputzt), darunter eine Zuluftöffnung zum Wohnzimmer (verputzt). Links die letzte zu verklinkernde EG-Wand, darunter die Rollschicht über einem Fenster mit eingebauter Z-Folie. Z-Folie wird nämlich nicht nur im Sockelbereich der Innenschale sondern auch über jedem Fenster ins die Außenschale eingebaut.

 

Hier zwei Innenaufnahmen des Dachstuhls.

 

Links gut erkennbar der glatt gehobelte, sichtbare Bereich der Pfette. Rechts das eng am Dachüberstand anliegende Giebelmauerwerk. Bei 45° Dachneigung bekommt man halt einen guten Schnitt mit der Porenbetonsäge hin.

 

Links die Pfette auf der Innenseite der Giebelwand, zwischen Balken und Betonstein das vorgeschriebene Ausgleichsband. Rechts die Pfette von außen. Holz arbeitet eben...

 

Inzwischen sind auch schon die Winkel für die Traufgesimse angebaut.


Hier gut erkennbar die unterschiedlich hohe Unterfütterung. Auf den beiden jeweils außen liegenden Sparren besteht die Unterfütterung der Dachlatten aus 10mm Sperrholzleisten. Die übrigen sind ca. 25mm stark.

 

Ein Blick auf das Klinkermauerwerk im Bereich des Traufgiebels.


Rechts davon fehlt ein Stück Unterspannbahn. Da muss nachgebessert werden.

 

Hier der Abschluss an der Traufseite, die letzten 20cm unter der Spannbahn. Die Lattung wurde hier verlängert, von unten mit Nägeln verbunden, die oben einfach platt geklopft wurden. 

Offensichtlich sind die Zimmerleute doch nicht fertig geworden.  

 

Der Spitzboden, im Hintergrund auf dem Gerüst der Klinkersturz für ein Dreiecksfenster.

Sieht irgendwie undicht aus. Wird ja auch ein Kaltdach.

 

Hier nochmal im Detail. Rechts die Firstlattung auf der die Firstpfannen befestigt werden. Im linken Bild fällt auf, dass Viebrock gar keine Firstpfette verbaut. Die abgebildete Dachlatte hilft nur beim Richten.

 

Dann noch eine Überraschung. Irgendwie kam mir der Ansatz der Betontreppe schon immer spanisch vor. Der Sockel aus Porenbeton bringt die Treppe auf das richtige Niveau, den Fußbodenaufbau im EG und die Stufenbelagshöhe berücksichtigend. Irgendwo fand ich ein dünnes Kunststoffband mit dem man üblicherweise Paket maschinell zuschnürt. Und siehe da, es ließ sich von links nach rechts auf ganzer Breite einfach so zwischen dem Auflager und der ersten Stufe mühelos hindurchziehen. Ich dachte ich wär` im falschen Film, kroch unter die Treppe, verzweifelt und erfolglos einen Träger oder Stütze suchend und kam mir danach vor wie David Copperfield. Die schwebende Treppe! Liegt hohl! Quatsch, sie liegt gar nicht! Sie hängt an der EG-Decke und an zwei Stellen im Mauerwerk aber eben nicht auf der Bodenplatte! Da kommen dem unerfahrenen Baulaien ja nun doch Zweifel. Nun ja, morgen früh mal den Polier drauf ansprechen. "Machen wir immer so" gildet dann abbaa nich...



25.05.2007:

Habe heute den Polier nach der nicht aufliegenden Treppe gefragt. Machen die immer so, eine plausible Erklärung hatte er nicht. Mal schauen, ob unsere Bausachverständige eine hat, Anfang kommender Woche ist sowieso Begehung zwecks Überprüfung des Dachstuhls.

 

Die Giebelseiten sind inzwischen bis einschließlich der Dreiecksfensterstürze fertiggestellt. 

 

Eigentlich wollten die Zimmerleute nicht mehr wiederkommen, ihre Arbeit sei nach der Fertigstellung der Traufgesimse erledigt. Aber zum einen vermisse ich noch das Giebelornament am Traufbogen, zum anderen wurde vergessen am Traufgiebel ein Stirnbrett zu kürzen.

 

Links eine Giebelwand von innen, rechts auf dem Bild eine Sturzsicherung. Auf dem Sturz liegt ein U-Eisen, dieses ist mit den Sparren der Decke des Spitzbodens verschraubt.

 

Im Vordergrund eine von drei Stahlstützen, dahinter der Stützrahmen, der durch die Verschiebung der Badezimmertür notwendig wurde.

Die Stützen sind jeweils unterfüttert damit die Höhe der Längsbalken erreicht werden kann.

 

An den Pfettenköpfen des Traufgiebels wurden je eine dieser Verstrebungen angebracht. Der Sinn erschließt sich mir noch nicht, mag sein, dass es sich hier auch um eine Sicherung des Fenstersturzes handelt.

Hier ein Blick vom Gerüst in den Traufgiebel hinein. Im Nachhinein hätte ich die Querbalken gehobelt und den Raum hier bis nach oben gehen lassen sollen um ihn großzügiger wirken zu lassen. Ggf. nehme ich das noch selbst in Angriff. Ein entsprechendes Angebot von Hausbau Bethel hole ich hierzu besser nicht ein. 

Inzwischen nehme ich die Umgebung besser wahr. Hier ein Blick aus dem Arbeitszimmer. Wenn jetzt noch der Frosch aus dem Teich eines Nachbarn die Klappe halten würde ...

Über Pfingsten werde ich die Dachüberstände streichen. So lange das Klinkermauerwerk nur bis zur EG-Decke geht muss ich es vor dem Streichen nicht abkleben was die Sache erleichtern dürfte. Das Wetter soll ja nicht so toll werden...



30.05.2007:

Über Pfingsten habe ich die Dachüberstände mit Venti 1-2-3 von Glasurit gestrichen. Der Lack wird von Viebrockhaus hierfür empfohlen. Mehr als 30 Stunden und vier mal 2,5 Liter Farbe sind dabei drauf gegangen. Das hätte ich vorher auch nicht gedacht. Aber mit nur einem Anstrich ist es eben nicht getan. Bis zu den Sparren des Spitzbodens und die Traufgesimse wurde alles fertig. Höher ging nicht, weil das Gerüst erst entsprechend umgebaut werden musste bzw. die Fensterstürze für die Dreiecksfenster der Giebelwände auf dem Gerüst im Weg lagen. Das war mir dann doch zu unsicher.
Heute wurden die Giebelwände jedoch bis unter den First fertiggemauert. Ich habe das gute Wetter genutzt und eine Giebelseite fertiggestrichen. Wenn das Wetter mitspielt streiche ich morgen Abend den anderen zu Ende. Die Traufgesimse nehme ich mir am Wochenende vor.
Auch das Klinkermauerwerk macht rasante Fortschritte. Es ist bereits bis zur Höhe der Fensterstürze im Dachgeschoss fertiggestellt. Fünf bis sieben Maurer waren die letzten Tage immer da.
Dann sind heute die Dachpfannen der Firma Meyer-Holsen geliefert worden. Es handelt sich im die Ravensberger Pfanne in tiefschwarz engobiert.
Morgen werden die Maurer wohl fertig werden, Freitag werden die Fenster eingebaut und Anfang kommender Woche legen die Dackdecker zunächst mit den Schweißbahnen auf der Bodenplatte los. Danach wird die Kupferrinne montiert und das Dach eingedeckt. Danach geht der Innenausbau los. Das bedeutet für mich jetzt schon Sat-, LAN- und Telefonkabel einzukaufen. 
Fotos von heute stelle ich morgen ein.



Nachtrag 30.05.2007:

 

Hier die Fotos von gestern: die Dachziegel und das Kupfer für die Dachrinnen sowie das Veluxfenster. Das Kupfer stand zwei Nächte im offenen Bau herum.
 

 

Es wurden 120 qm Schweißbahnen geliefert. Sie  werden zwecks Feuchtigkeitssperre auf der Bodenplatte angebracht.

Es scheint tatsächlich wirtschaftlicher zu sein sechs Säcke Klebemörtel zu vernichten als sie auf ein anderen Baustelle zu verwenden. Spätestens jetzt wird klar, dass die Philosophie von Hausbau Bethel eine andere ist als die der von Bodelschwinghschen Anstalten, die Briefmarken und Altkleider sammeln.

 

Das fertige Mauerwerk im Spitzboden. Rechts im Bild die Stürze über dem Dreiecksfenster aus Porenbeton, innen mit Stahl verstärkt.

 

Hier zwei Aufnahmen vom Traufgiebel. Links von Innen mit dem fertiggestellten Mauerwerk, rechts von mit dem Pfettenkopf, an dem noch der Ornamentgiebel montiert wird.

 

Das bleibt nicht aus wenn man streicht bevor der Klinker ganz hoch gezogen ist: ausgekratzter Klinkermörtel auf dem frisch gestrichenen Pfettenkopf. Rechts im Bild ist die OSB-Schalung des Traufgiebels zu sehen.



01.06.2007:

Heute war der letzte Arbeitstag der Maurer auf der Baustelle. Zeitgleich waren fünf Maurer, fünf Fensterbauer und zwei Zimmerleute am Werkeln. Man muss wissen, dass die Maurer in dieser Woche ziemlich unter Druck standen. Sie arbeiten auf Akkordbasis und haben je nach Haustyp und Ausstattung einen vorgegebenen Zeitrahmen, in dem sie Ihr Pensum erledigen müssen. Im schlimmsten Fall müssen Sie Überstunden machen, die sie nicht bezahlt bekommen. Aus meiner Sicht ist es bemerkenswert, dass trotzdem die Qualität Ihrer Arbeit nicht darunter leidet und die Stimmung innerhalb der Kolonne immer gut war.

 

Es hat keine sechs Stunden gedauert, da hatte die Tischlerei Bethel mit fünf Mann alle Rollladenkästen, Fenster und die Haustür eingesetzt. Und dabei mussten die Scheiben der Dachgeschoss noch in die Rahmen gebaut werden.

 

Die Haustür in dieser Ausführung bietet Viebrock inzwischen nicht mehr an. Jetzt gibt´s nur noch Türen im Joop-Design. In unserem Fall hatte die Innenarchitektin jedoch ein Einsehen.

Hier der Bereich des Arbeitszimmers mit Fensterelement.

 

Die Maurer haben heute die Rollschichten vor den Fenstern fertiggestellt. Bei den bodentiefen Fenstern wurden die Rollschichten noch mit Holz fixiert bis der Mörtel gebunden hat.

 

Die Fenster werden vor dem Porotonmauerwerk in die lilafarbenen Dämmelemente eingeschäumt und mit diesen Metalllaschen am Mauerwerk verankert. Im Bereichs des Fenstersimses werden sie mit starken Metallwinkeln fixiert. Nach dem Verputzen wird die Putzkante mit dem gelben Streifen einfach abgezogen. So erreicht man einen sauberen Übergang des Putzes zum Fenster.

Die Zimmerleute haben das Giebelornament montiert. Ich werde es morgen früh streichen und die Macken, die die Zimmerleute im Stirnbrett hinterlassen haben, überstreichen.

 

Kleinere Risse in der Unterspannbahn wurden ebenfalls von den Zimmerleuten nachgebessert.

Neben der Haustür wurde das Metermaß unter Berücksichtigung der Höhe des  Fußbodenaufbaus angeschlagen.

 

Hier macht sich bereits das Fehlen der Dachrinne bemerkbar. Durch vom Dach herabfließendes Regenwasser ist Sand an den Klinker gespritzt.

Es ist ca. eine Palette Klinker übriggeblieben. Bis auf diese 20 Steine sind alle in der Bauschuttmulde gelandet. Der Polier hatte uns diese auf unseren Wunsch hin an diese Seite gelegt. Vielleicht parkt ja mal jemand in der Hauswand, so dass wir dann Material zum Ausbessern hätten. Wegschmeißen kann man sie immer noch.



02.06.2007:

Heute habe ich mit Mi die Traufgesimse gestrichen. Besser gesagt: Mi hat gestrichen und ich habe mit Abdeckfolien und Klebeband versucht die Klinker zu schützen. Danke Mi! Mit dem Pinsel kannst Du jedenfalls umgehen...



04.06.2007:

 

Als erstes waren heute morgen die Zimmerleute auf dem Bau. Sie vollendeten ihr Werk indem sie die Winkelleisten zwischen Giebelüberständen und Klinkermauerwerk anbrachten. Diese sind wieder nur weiß grundiert, also muss ich am Wochenende noch einmal mit dem Pinsel ran.

Hier eine Aufnahme von einem Dreiecksfenster. Der Klinkersturz darüber ist mit einer Rollschicht ausgebildet. Die Maurer nennen diese Klinker "Soldaten".

 

Die Fuge zwischen Klinker und Fensterrahmen ist mit ca. 2 cm für meinen Geschmack etwas breit ausgefallen. Diese Fugen werden später noch ausgespritzt.

Dann war die Firma Schlüter heute zum Dackeindecken da. Ein Autokran hob die Paletten mit den Ziegeln auf vorbereitete Plattformen die auf der Dachlattung hängen.

 

Eine Dachfläche ist heute schon eingedeckt worden. Hier sieht man das bereits eingebaute Velux-Fenster.


Der Abschluss zu den Ziegeln sieht optisch echt bescheiden aus. Eine Viertelpfanne hätte hier noch Platz, diese hätte jedoch keinen Halt mehr. 
Ich denke für ein entsprechendes Bakschisch kriegen wir die aber noch mit Silikon aufgeklebt.

 

Das Velux-Fenster von innen im Bereich der Empore.

Die Nahtstellen der Unterspannbahn werden mit Siga-Wigluv verklebt.

 

Die Kupferrinne verläuft kerzengerade. Ein Zeichen dafür, dass die Zimmerleute genau gearbeitet haben.

Der Übergang zwischen Unterspannbahn und Dachrinne wird mit dem Roll-Traufband der Firma Fleck ausgebildet. Auf der oberen Hälfte befindet sich eine Klebeschicht. Auf dieser wird die Unterspannbahn befestigt. Das Traufband muss UV-beständig sein. Davon gehe ich jetzt einfach mal aus, im Netz habe ich dazu noch nichts gefunden weil die Hersteller-Homepage derzeit offline ist.Darüber ist der Traufenkamm erkennbar. Er sorgt dafür, dass das Dach von unten gut belüftet wird.

 

Die Kupferkehle am Traufgiebel ist auch bereits angebracht.

Was unserer Bausachverständigen nicht so gut gefällt ist der Übergang der Rinne vom Zwerchgiebel. Bei einem Platzregen würde das Wasser bis hinter die Pfanne in den Hohlraum schießen. Hierzu werde ich morgen früh mal die Dackdecker befragen.

 

Hier hatten die Zimmerleute etwas zu großzügig geschnitten. Die Unterspannbahn sollte eigentlich ca. 2 cm am Mauerwerk hoch laufen. Mal schauen, wie die Dachdecker den Übergang zum Mauerwerk ausbilden werden.

Für die Dachbelüftung liegen hier schon die First- und Gratelemente bereit. Sie werden morgen montiert.

 

Dann wurden heute die Schweißbahnen auf die Bodenplatte aufgebracht. Sie wurden ordentlich an die Teerpappe unter dem Mauerwerk, welche als Feuchtigkeitssperre fungiert, herangearbeitet.

Auf meinen Wunsch hin wurden diese provisorischen Fallrohre angebracht. Hier hat sich bereits Abbruch von den Ziegeln gesammelt, der offensichtlich aus der Rinne ins Fallrohr geschoben wurde.

 

Nebenbei hat unsere Bausachverständige noch diese mangelhaft Verschraubung entdeckt. Sie fixiert die OSB-Verschalung des Traufgiebels auf der Bodenplatte. Offensichtlich haben die Betonbauer die Gewindestange zu weit innen einbetoniert. Nach DIN sollte der Abstand zwischen Gewindestange und Balkenkante das Dreifache des Gewindedurchmessers betragen. Hier ist der Abstand so knapp, dass nicht einmal die Scheibe voll aufliegt.

Hier eine Abbildung einer DIN-gerechten Ausführung. Unsere Sachverständige wird die Statikberechnungen hierzu einsehen. Evtl. ist diese Verschraubung nicht so sehr von Bedeutung so dass hier nicht nachgebessert werden muss.



05.06.2007:

 

Heute Nachmittag habe ich mir die Fallrohre mal näher angeschaut. Im Gegensatz zur Rinne, die von innen mit Zinn gelötet wurde, sind die Fallrohre nur genietet. Das ist sicher die optisch bessere Variante wenn man sonst mit Zinn arbeitet. Lieber wäre es mir jedoch gewesen, wenn alles hart gelötet worden wäre. 

Für die Befestigung der Rohrschellen wurden zunächst ein Loch zwischen die Klinkerfugen gebohrt. Diese Bohrung wurde dann mit einem Stück Holz ausgefüllt bevor die Schelle eingeschlagen wurde. Hmmm. Wenn man anders keine Stabilität in die Fuge bekommt sicher eine praktikable Alternative. Aber was passiert mit diesem "Holzdübel" wenn das Mauerwerk hier durchfeuchtet?

 

Im Bereich des Traufgiebels wurden die Anschlüsse zum Mauerwerk mit Kupfer und Blei ausgebildet. Auf die OSB-Schalung kommen nach Dacora-Dachplatten, so eine Art Kunstschiefer-Platten aus Eternit-Faserzement.

 

Die Ziegel werden im Bereich der Kupferkehle auf dem Dach liegend schräg geschnitten. Das belegen jedenfalls die Kratzer, die die Flex auf der Blechoberfläche hinterlassen hat. Die Pfanne auf der linken Seite der Kehle erfahren diese Prozedur offensichtlich später.

Hier die Stelle, wo das Wasser vom Zwerchgiebel auf die Dachfläche trifft. Hier wurde zusätzlich mit Blei gearbeitet. "Sieht unhübsch aus" würde unsere Sachverständige hierzu sagen.  


 

Das gleiche auf der anderen Seite des Giebels.

Im Bereich des Wandanschlusses steht die Bleiabdeckung ca. 2 cm über der Pfanne. Hier muss nachgebessert werden.

 

Bis auf die wenigen Stellen um den Traufgiebel ist das Dach fertig eingedeckt.

 

Diese Version des Dunstrohres gefällt mir persönlich besser als diese Dinger, die an alte Dampfloks erinnern. Der Dunstrohrziegel ist vollständig aus Ton. 

 

Dann ist mir diese Schiene im Dachgeschoss aufgefallen. Sie lag im Bereich des bereits gestern eingebauten Velux-Fensters. Übrig geblieben? Ich habe dann den Velux-Karton aus der Mulde gezogen und daraus diese Einbauanleitung des Velux-Eindeckrahmens gefischt. In der Abbildung 8a dieser Anleitung findet man die Schiene wieder. Demnach fungiert sie als Wasserabweiser oberhalb des Fensters gegen Wasser, das ggf. auf der Unterspannbahn bis hierhin gelangt. Nun ja, morgen früh sind die Dachdecker ja noch da.

So, und hier der Trümmer mal aus der Totalen geknipst. Sieht schon fast fertig aus. Jedenfalls von außen.



06.06.2007:

 

Die Frage zur "überschüssigen" Schiene des Velux-Fensters ist geklärt. Sie muss nur bei Verwendung bestimmter Ziegeln in Abhängigkeit vom Abstand zum Fenster eingebaut werden.

Heute war der Tischler da, der uns die Innentüren einbaut, zum Aufmessen da. Nebenbei hat er die eingebauten Fenster begutachtet. Dabei ist ihm aufgefallen, dass das Dichtband zwischen Haustür und Klinker zu weit unten angebracht wurde. Unhübsch.

 

Zudem fehlen die Endkappen unter den Rollladenführungen. Stellt sich die Frage, ob das beim Abspritzen dicht wird.

Ebenso bei den bodentiefen Fenstern. Die vorgeschriebenen Aluprofile sind jedoch angebracht worden.

 

Die Fensterbeschläge sind von der Firma Roto, Typ Centro, mit Pilskopfbeschlägen.

Hier der Schnapper der verhindert, dass bei geöffnetem Fenster auf Kipp-Position umgeschaltet werden kann.

 

Die Haustür schließt an drei Stellen. Zu sehen ist links ein Riegel, der in die Zarge greift. Rechts einer von drei Beschlägen, die das Aushebeln der Tür verhindern sollen. Der Tischler meinte, insgesamt betrachtet seien die Beschläge guter Standard.



08.06.2007:

 

Den Brückentag hat ein Dachdecker der Firma Schlüter genutzt um die Restarbeiten zu erledigen. Rechts vom Veluxfenster hat er vier schmale Streifen Ziegel mit Silikon angeklebt. Ich fand das optisch die bessere Lösung. 

 

Zufällig fiel mir auf, dass der Dachdecker, der die Bahnen im EG aufgeschweißt hat, die Illbruck-Folie an der Haustür weggesengt hat.

Das ist das Material, was ich am Wochenende verbauen werde. Sat-Schüssel mit Mast, 200m Sat-Koaxkabel und 500m Cat7-Kabel für Netzwerk und Telefon.