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Für
den Bauherren von heute wohl eines der
interessantesten Themen: Energiesparen. Darum haben
wir uns für die “2
Liter-Technik” von Viebrock
entschieden. Das bedeutet das unser Haus um 2 cm
dicker gedämmt wird als im Standard und das wir eine Sole-Wärmepumpe
vom Typ Fighter 1220-8 der Firma NIBE
mit dem Lüftungsmodul FLM 40 mit
Wärmerückgewinnung für eine kontrollierte Be- und Entlüftung
bekommen.
Was sich Viebrock gut bezahlen lässt. Dieses Extra
kostete zunächst 16.450€ zusätzlich anstatt der
üblichen Niederbrennwert-Gastherme mit Schornstein.
Darin sind auch enthalten die Tiefenbohrungen für
die Sole-Leitungen. In unserem Fall wird zwei mal 55
m tief gebohrt. Inzwischen verlangt der Bauträger
Bethel 7.000 € mehr, also rund 23.500 € für
diese Technik.
Für
die, die jetzt fragen “Und wie soll das
funktionieren?”: In der Erde ist es bei 55m doch
bei weitem noch nicht so warm, dass man damit heizen
kann.
Das
Grundprinzip der Wärmepumpe ist relativ einfach
erklärt. Eine Flüssigkeit, wie beispielsweise
Propan o.ä., wird in einen in sich geschlossenen
Kreislauf mit unterschiedlichem Druck geführt.
Unter
niedrigem Druck nimmt die Flüssigkeit im sog.
Verdampfer die Wärme aus der Umgebung auf. Danach
wird mit einer Pumpe ein höheres Druck- und
Temperaturniveau erzielt.
Der Kondensator gibt die Wärme an einen
Heizkreislauf ab und kühlt sich hierbei ab. Ein
eingebautes Drosselventil senkt den entstandenen
Druck, die erhöhte Temperatur fällt ab, das
Arbeitsmedium (niedriger Druck) kann dann dem
Verdampfer zugeführt werden.
Neben
dem Gefühl, damit etwas gegen die Klimaerwärmung
und den CO²-Ausstoß zu tun spielen hier auch
finanzielle Aspekte eine Rolle. Zum einen erhalten
wir für diese Art der Wärmegewinnung eine Förderung
unseres lokalen Energieversorgers in Höhe von 2.750
€, von der Bezirksregierung Arnsberg eine Förderung
in Höhe von 1.000 €. Zum anderen sparen wir die
Kosten für den sonst erforderlichen Gasanschluss in
Höhe von ca. 2.500 € sowie die jährlichen Kosten
für den Schornsteinfeger und die Heizungswartung. Und der nicht
mehr notwendige
Schornstein schafft auch noch einen halben
Quadratmeter zusätzlichen Wohnraum.
Nachtrag v. 27.02.2011: Den
vorhergehenden Absatz habe ich in 2007 verfasst.
Heute, also ca. 3 Jahre später, weiß ich, dass das
absoluter Quatsch ist, den ich da geschrieben habe.
Heute weiß ich, dass sich diese Investition
wirtschaftlich nie amortisieren wird. Heute weiß
ich, dass wir, blauäugig wie wir waren, auf die
Marketingstrategie der Viebrockhaus AG reingefallen
sind. Warum das so ist, werde ich an demnächst an
dieser Stelle oder unter einem neuen Link
"Marketing-Gag" näher erläutern. Im
Vorfeld sei jedoch schon mal auf diesen Thread
im Haustechnikdialog verwiesen.
Zunächst
bin ich davon ausgegangen, dass mit dieser 2
Liter-Technik quasi automatisch die Voraussetzungen
für den Erhalt eines zinsgünstigen KfW
60-Darlehens erfüllt seien. Schließlich bewirbt
die Viehbrockhaus AG dies ständig in Flyern und auf
Werbeplakaten. Das ist aber eben de facto nicht so.
Die Berechnung des Energieberatungszentrum
Nord, welches die Wärmebedarfsberechnungen für
den Bauträger Bethel übernimmt, hat ergeben, dass
der Primärenergiebedarf unseres Hauses bei 51 KWh je
Quadratmeter im Jahr beträgt. Mit Kellergeschoss wären
es rund 55 KWh gewesen. Dabei muss man berücksichtigen,
dass in diesen Wert auch Faktoren wie Region,
Dachausrichtung, Verschattung, Fensterflächen, etc.
eine Rolle einfließen, so dass ein Anspruch auf das
KfW 60-Darlehen nicht automatisch mit Erwerb dieser
2 Liter-Technik entsteht.
Wir
haben diese Tatsache von vornherein nicht berücksichtigt,
haben auf die pauschalen Aussagen unseres Verkäufers
vertraut. Da die Wärmebedarfsberechnung aber erst
sehr viel später erstellt wird als man üblicherweise
eine Finanzierung auf die Beine stellt, hätte dies
im Zweifel eine böse Überraschung bedeuten
können. Das Glück ist aber manchmal mit den
Unwissenden.
Warum
unser Haus nun mit einem Energiebedarf von rund 5,1
Litern mit einer Technik ausgestattet ist, die 2
Liter-Viebrocktechnik heißt, was ja eigentlich
einen Passivhaus-Standard suggeriert, konnte uns
kein Verkäufer verständlich erklären. Ich
empfehle zu diesem Thema mal das Kapital
"Energiestandards" aufzuschlagen.
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